Gedenken an Ruprecht

Ruprecht wäre gestern 51 Jahre alt geworden.

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Heute nach fünf Jahren..

“Ruprecht war waehrend meiner gesamten Kindheit mein wichtigster Spielgefaehrte und ueberhaupt mein bester Freund. Da wir fast gleich alt sind, hatten wir jahrelang dieselben Freunde und Spielkameraden und oft haben wir auch zu zweit miteinander gespielt. Zum Beispiel in den Ferien, wenn wir mit unseren Eltern in zwei kleinen Bergzeltchen abseits von allen anderen Kindern in den Bergen wild gezeltet haben. Waehrend meine Eltern malten, schnitzten wir zusammen kleine Pueppchen, bauten Schiffe oder liessen unsere Spielzeugautos auf selbstgemachten kleinen Strassen fahren. Wir haben auch immer viel zusammen gemalt.
So hatten wir jeder eine Tafel auf der wir mit bunten Kreiden grosse Bilder malten. Mein Bruder traeumte oft schon beim Mittagschlaf von den Bildern, die er nachmittags malen wollte.

Auch spaeter, als Ruprecht nach Berlin ging, fuehrten wir oft lange und fuer mich wichtige Telefongespraeche. Ich konnte immer wieder viel von ihm lernen, war doch seine Art die Dinge zu sehen oft anders als Meine. Viele Ideen haette ich ohne ihn nie gehabt. Ruprecht war immer sehr sensibel und man kann sagen, dass er sehr unter den Spannungen litt , die die von ihm geliebten Menschen miteinander hatten. Wenn ich mich mit meinen Eltern stritt, muss das fuer Ruprecht ganz schrecklich gewesen sein. Er verliess schon sehr frueh unsere Elternhaus, weil ihm das Leben dort einfach zu stressig war.

Ruprecht gehoert zu den kreativen Exemplaren der Menscheit. Er hat nicht nur originelle Skulpturen produziert, sondern auch Komiks gemalt und Texte geschrieben. Doch wegen seiner schlechten Gesundheit konnte er viele seiner Plaene nicht oder nur unvollstaendig verwirklichen.

Vor einigen Jahren hat Ruprecht das Institut fuer theoretische Transzendenz gegruendet. Ich durfte seine geheime Mitarbeiterin werden . Die Transzendenz war ihm sehr wichtig. So nennt er sich in seinen Komiks Tapira transitiv, was (fuer mich) etwa bedeutet: schneller Uebermittler.

Er schrieb ueber sich: “Rupi ist Tapira transitiv. Aus sich selbst heraus empfaengt Tapira keine Impulse. Fremdsteuerung ist ihr ein Vergnuegen. “

Ich finde, das Beste, was meine Eltern gemacht haben, war, dass sie diesen Bruder zeugten. Dafuer, dass es Ruprecht gab, bin ich unendlich dankbar. Ohne ihn waere meine Kindheit voellig anders gewesen. Obwohl wir so fern voneinander gelebt haben, war Ruprecht immer unendlich wichtig fuer mich. Und ich werde ihn ganz schrecklich vermissen. ”

Dies ist ein Auszug aus meiner Trauerrede, die ich an Ruprechts Trauerfeier hielt. In der Nacht vom 26. auf den 27. September 2010 ist er gestorben. Genau vor fünf Jahren. Meine Mutter und ich haben uns heute getroffen, Fotos angeschaut und zusammen an ihn gedacht. Wir vermissen ihn natürlich immer noch sehr…

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Heute wäre er 50 Jahre alt geworden

mein lieber Bruder. Mein Bruder, der so ein sensibler, besonderer Mensch war und wahrscheinlich viel gelitten hat.

Ich frage mich oft, wo er jetzt ist und ob seine Seele noch Anteil nimmt an dieser Welt oder ob sie bereits wieder inkarniert ist oder ganz anders nun in einem fernen Universum unterwegs ist von dem wir noch gar nichts wissen.

Seine Kollegen in der Panzerhalle Berlin haben heute Tag der offenen Tür. Sein Atelier wird inzwischen von einer Künstlerin bewohnt, die ganz filigrane Bilder macht. Ich weiß nicht, ob seine Kollegen wissen, daß heute Ruprechts 50zigster Geburtstag wäre. Eigentlich wollte ich es ihnen sagen und selber nach Berlin kommen. Doch nun bin ich wieder in Shanghai und will da noch nicht weg.

Glücklicherweise habe ich jetzt aber auch eine Wohnung in Deutschland. Dort bereichern viele Arbeiten von Ruprecht die Atmosphere. Es war ja fast wie ein kleines Wunder: als ich die Wohnung noch ohne Ruprechts Arbeiten bewohnte, fühlte ich mich dort fremd – fast wie in einem Hotel. Dann habe ich eines Abends angefangen seine Sachen auszupacken. Und wie von selbst fügten sich auch die komplizierteren Teile wunderbar zusammen. Wir mußten ja alles zerlegen, als wir das Atelier ausräumten. Und ich hätte nicht gedacht, daß ich diese teilweise sehr zarten und eigenwillig – nur auf Balance – zusammengestzten Figuren wieder so aufbauen kann wie sie einmal waren. Doch es klappte wie von selbst und nun lebt meine Wohnung! Ja, sie lebt! Weil die Arbeiten von Ruprecht so eine starke Ausstrahlung haben.

Wenn ich wieder zurück in Deutschland bin, werde ich Fotos machen und hier zeigen.

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Atelier wird aufgelöst

Hallo liebe Freunde von Ruprecht,

Ich habe mich entschlossen in diesem Juli (so zwischen dem 20. und 31. Juli) ,
nun endlich Ruprechts Atelier aufzulösen.

Vorher habe ich das einfach nicht geschafft und nun muß es endlich sein.

Meine Mutter und ich werden uns einige seiner Arbeiten aussuchen, die wir selber behalten wollen. Und dann habe ich auch eine Cousine, die bereit ist, einiges bei
sich unterzustellen.

Was wir aber auf keinen Fall behalten wollen, sind seine Werkzeuge und Maschinen.

Auch von seinen Arbeiten sind wir bereit das ein oder andere Stück an seine Freunde zu verschenken.

Was wir allerdings nicht verschenken werden, sind die Originale seiner Komiks, die er alle in DIN A5 Hefte gemalt und geschrieben hat. Diese Hefte werden meine Mutter und ich auf jeden Fall selbst behalten. Allerdings habe ich alle seine Komiks eingescannt und bin bereit sie Euch auswahlweise über das Internet als jpg oder pdf Dateien zukommen zu lassen.

Bitte meldet Euch per email bei mir und besprecht mit mir, was Euch von seinen Sachen am Herzen liegt. Wahrscheinlich kann ich Euch ja Eure Wünsche erfüllen.

Außerdem möchte ich gerne an einem Tag Ende Juli in Ruprechts Atelier eine Abschiedsparty veranstalten. Es würde mich sehr freuen, wenn Ihr kommen könntet.

Bitte meldet Euch bei mir!

liebe Grüße, Julia (Schwester von Ruprecht)

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Heute vor drei Jahren….

gestern Nachmittag am 27. September 2013, hat mich meine Mutter angerufen: “Glücklicherweise bist wenigstens du noch da….”
Dann haben wir uns gemeinsam überlegt, wo wir an diesem Tag vor drei Jahren gerade waren – zu dieser Zeit saßen wir noch im Zug nach Berlin, um Ruprecht zu besuchen und wußten nicht, daß es sein letzter Abend werden würde.

Nach dem Gespräch mit meiner Mutter gestern habe ich dann alleine nochmal Bilanz gezogen: zum Beispiel ist immer noch so eine kleine Flasche mit blauer Flüssigkeit, auf der “Gift” geschrieben steht und die ich bei Ruprecht auf der Fensterbank gefunden habe, nicht untersucht. Kein Institut wollte das bisher machen, was sehr außergewöhnlich ist.

Und ich habe es auch noch nicht geschafft sein Atelier aufzulösen. Das muß ich in diesem Jahr machen – so schwer mir das auch fällt.

Leider habe ich so vieles (noch) nicht geschafft: nicht einmal
seine Texte habe ich komplett durchgelesen…..

Unter unserem Kühlschrank in Shanghai lebt ein extrem großer Käfer, der sich von Katzenfutter ernährt und sich immer nur sehr langsam bewegt. Meine Katzen respektieren ihn. Heute wollte ich ihn endlich vor die Tür setzen. Da er so groß ist, geht das nicht so einfach. Ich habe zuerst die Haustür aufgemacht und als ich zurück kam, um den Käfer zu holen, war er wieder verschwunden. Ist auch egal. Er stört ja niemanden. Aber seit Ruprecht gestorben ist, werde ich den Verdacht nicht los, daß sich Ruprechts Seele manchmal in solchen Insekten versteckt, um sich mir zu nähern. Vielleicht haben ja auch Gestorbene manchmal Sehnsucht nach einem noch lebenden Menschen?

(Nein, ich bin weder verrückt noch krank und ich habe auch keine Psychose. Höchstens manchmal eine gute Phantasie. )

Apropos Krankheit: Ruprecht hat mir immer wieder gesagt, daß die Ärzte bei der Behandlung seiner eigenartigen und sehr seltenen Blutkrankheit Fehler gemacht haben und er sich vorgekommen ist wie ein Versuchskaninchen. Auch dem wollte ich eigentlich noch nachgehen. Es ist ja auch sehr komisch gewesen, daß sein Hausarzt nicht bereit war zu kommen, um den Tod festzustellen. Deswegen mußte dann eine Obduktion gemacht werden. Dabei wurde der Leichnam so hässlich zugerichtet, daß man mir dringend empfohlen hat, ihn nicht nocheinmal anzuschauen…..

Das sind lauter so Sachen. Aber hier gibt es ein Bild aus seinem vierten Komik Block:

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Zum Geburtstag

Vor drei Jahren hast Du noch gelebt.

Und ich muß jetzt Dein Atelier auflösen und suche immer noch nach einer passenden Heimat für Deine wenigen, aber sehr ausdrucksvollen Arbeiten. Leider kann ich sie ja nicht mit nach Shanghai nehmen, wo ich gar nicht weiss, wie lange ich noch da sein werde. Ein Raum in einer ständigen Galerie oder was ähnliches wäre toll. Wo es doch viele Räume auf dieser Erde gibt, die eine derartige Inspiration gut gebrauchen könnten. Doch wie finde ich so einen passenden Raum?

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beim letzten Skypegespraech im August 2010

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Der Sorgenpabst

Der Sorgenpabst ist natuerlich sehr gut in verbaler Selbstverteidigung.

Er uebt sich zu diesem Zweck unter anderem in direktionaler Transsedimentation, ein von der Bionik inspirierter Zweig lokal orientierter Optimierung im Gefolge mediatorischer Transzendenztheorie.

Sorgenmoor…ein potentielles Moeglichkeitsfeld

The following pictures are on sorgenmoor – deviant justice devices. The Notifier just decided to cancel the whole session but to continue.

Im Sorgenmoor versucht einer wohl zuerst, Aehnlichkeiten unter den verschiedenen Todesarten herauszuarbeiten. Gestaerkt von dieser durchaus verantwortungsvollen Taetigkeit wird die Wahrnehmungsfaehigkeit durch wirklich unbeschreiblich bleiben wollende Vorgaenge aufs aeusserste ueberreizt, bis die erforderliche Abhaertung sich gradweise entsprechend den ortsspezifischen Taetigkeiten durchzusetzen beginnt.

Deine Sorgen haette ich wohl gerne.
Sukzessiv erarbeite ich mir die Problematik.
Der Gernegross haelt sich an der Schere fest-

Exquisit heute die Stimmung, sie schlaegt
schon ein wenig in Richtung Wendepabst. (Ruprecht Scheuffele)

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Neues aus dem Atelier

Bei meinem letzten Besuch in Berlin habe ich mit Michael Heyer nochmal einige Arbeiten von Ruprecht fotografiert. Hier drei Beispiele (Fotograf: Michael Heyers):

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