Heute vor drei Jahren….

gestern Nachmittag am 27. September 2013, hat mich meine Mutter angerufen: “Glücklicherweise bist wenigstens du noch da….”
Dann haben wir uns gemeinsam überlegt, wo wir an diesem Tag vor drei Jahren gerade waren – zu dieser Zeit saßen wir noch im Zug nach Berlin, um Ruprecht zu besuchen und wußten nicht, daß es sein letzter Abend werden würde.

Nach dem Gespräch mit meiner Mutter gestern habe ich dann alleine nochmal Bilanz gezogen: zum Beispiel ist immer noch so eine kleine Flasche mit blauer Flüssigkeit, auf der “Gift” geschrieben steht und die ich bei Ruprecht auf der Fensterbank gefunden habe, nicht untersucht. Kein Institut wollte das bisher machen, was sehr außergewöhnlich ist.

Und ich habe es auch noch nicht geschafft sein Atelier aufzulösen. Das muß ich in diesem Jahr machen – so schwer mir das auch fällt.

Leider habe ich so vieles (noch) nicht geschafft: nicht einmal
seine Texte habe ich komplett durchgelesen…..

Unter unserem Kühlschrank in Shanghai lebt ein extrem großer Käfer, der sich von Katzenfutter ernährt und sich immer nur sehr langsam bewegt. Meine Katzen respektieren ihn. Heute wollte ich ihn endlich vor die Tür setzen. Da er so groß ist, geht das nicht so einfach. Ich habe zuerst die Haustür aufgemacht und als ich zurück kam, um den Käfer zu holen, war er wieder verschwunden. Ist auch egal. Er stört ja niemanden. Aber seit Ruprecht gestorben ist, werde ich den Verdacht nicht los, daß sich Ruprechts Seele manchmal in solchen Insekten versteckt, um sich mir zu nähern. Vielleicht haben ja auch Gestorbene manchmal Sehnsucht nach einem noch lebenden Menschen?

(Nein, ich bin weder verrückt noch krank und ich habe auch keine Psychose. Höchstens manchmal eine gute Phantasie. )

Apropos Krankheit: Ruprecht hat mir immer wieder gesagt, daß die Ärzte bei der Behandlung seiner eigenartigen und sehr seltenen Blutkrankheit Fehler gemacht haben und er sich vorgekommen ist wie ein Versuchskaninchen. Auch dem wollte ich eigentlich noch nachgehen. Es ist ja auch sehr komisch gewesen, daß sein Hausarzt nicht bereit war zu kommen, um den Tod festzustellen. Deswegen mußte dann eine Obduktion gemacht werden. Dabei wurde der Leichnam so hässlich zugerichtet, daß man mir dringend empfohlen hat, ihn nicht nocheinmal anzuschauen…..

Das sind lauter so Sachen. Aber hier gibt es ein Bild aus seinem vierten Komik Block:

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Eine Antwort auf Heute vor drei Jahren….

  1. Robert Hagen sagt:

    Hallo Ruprecht,

    bei wordpress bin ich noch nicht. (Kommt auch noch demnächst.) Dafür bei facebook:

    Viele Grüße

    Robert

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